Montag, 20. November 2017

Maryse Condé: SEGU. Die Mauern aus Lehm.

Maryse Condé: SEGU. Die Mauern aus Lehm. Roman. Wie Spreu im Wind. Roman. Aus dem Französischen von Uli Wittmann. 

Als ich die zweibändige Familiensaga von Maryse Condé vor dreißig Jahren zum ersten Mal las, (1984/85 im Pariser  Verlag Robert Laffont erschienen), rührten mich vor allem die Schicksale, die den Nachkommen des Fürsten Dusika Traoré aus Segu im heutigen Mali zugemutet wurden. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts führt die Familie ein durch alte Traditionen geregeltes Leben, an dem auch die Ahnen teilnehmen, die verehrt und um Rat befragt werden. Dann bricht die Gewalt von allen Seiten herein. Der von Norden vorrückende Islam bekämpft die animistischen Rituale, zerstört Statuen und Amulette und erzwingt das Bekenntnis zum Einen Gott. 
Zur selben Zeit lauern im Busch Sklavenjäger und verschleppen junge Menschen an die Küsten, wo europäische Händler sie aufkaufen und nach Amerika verschiffen. 
Bald tritt auch das Christentum auf: Vom Senegal her verbreiten französische Missionare – unterstützt von der Armee – den katholischen Glauben; im Süden herrscht britischer Protestantismus.  
Söhne und Enkel der Traorés geraten teils freiwillig, teils unter Zwang in die neuen Strömungen und entfernen sich immer weiter von den Mauern ihrer Heimatstadt. Sie reisen durch ganz Westafrika und gelangen sogar bis nach England und nach Jamaika. 
Der Leser verfolgt ihr Schicksal mit ahnungsvoller Spannung, denn er kennt – anders als die Romanfiguren - die historischen Hintergründe der Gewalt, die sie in den Tod treibt. 
Eigentlich wollte die in Guadeloupe geborene Autorin, die 1960  durch Heirat nach Guinea kam, eine Doktorarbeit über westafrikanischen Geschichte schreiben. Aber, so sagt sie, der Stoff habe sie überwältigt und in der Romanform einen plastischeren Niederschlag gefunden. 
Die Erzählung beginnt 1795 mit dem Erscheinen des ersten Weißen vor den Mauern Segus, der später als Mungo Park identifiziert wird, hält sich aber konsequent an die afrikanische Perspektive. Insofern ist der Roman ein Beitrag zur „global history“, die die eurozentrische Geschichtsschreibung ablöst. 
Maryse Condé konnte damals nicht ahnen, dass ihr Roman durch die Ereignisse in Mali - insbesondere durch den Überfall der Ansar Dine auf Timbuktu im Juni 2012 - neue Aktualität gewinnen würde: Der Djihad, den  El-Hadj Omar Saidu Tall in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegen die „Ungläubigen“ führte, ist wieder näher gerückt. Mit Beklemmung lesen wir heute, wie ein Volk, das sein Leben im Einklang mit der Natur genießt, durch die aufgezwungenen monotheistischen Religionen gleichsam erstarrt: Musik und Tanz, Fröhlichkeit und Genuss jeder Art sind nun verboten. Im Hofe der Traorés tobt der Kampf zwischen den Weltanschauungen. Der Patriarch fragt den nach jahrelanger islamischer Indoktrination heimgekehrten Neffen: „’Wenn die Schöpfung der Wesen auf Gottes Liebe beruht, kann Gott dann den Tod oder die Erniedrigung dieser Wesen wollen? Kann man im Namen Gottes töten oder unterdrücken?’ Omar erschauerte. Er wusste, dass Gott seinen Erwählten befohlen hatte, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bekannten, dass es keinen Gott gibt außer Ihm.“ 
Maryse Condés zweibändiges Werk ist durch die Ereignisse der letzten Jahre noch politischer und damit wichtiger geworden, als es zum Zeitpunkt des Erscheinens war.


Almut Seiler-Dietrich

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Workshop zur Evaluierung und Erarbeitung von neuen Lehrwerken für den Deutschunterricht in Kamerun

Am Samstag 14. Oktober 2017 fand im SLZ (Sprachlernzentrum) Douala ein Workshop statt.
Ziel des Treffens war es, die Mängel der auf dem Programm stehenden Lehrwerke "Ihr und Wir Plus"  Bände I und II vom Hueber Verlag zu evaluieren, und dann einen neuen Entwurf zu erstellen , der der „APC“ Approche  (Kompetenzorientiertem Unterricht) entsprechen würde.
Eingeladen waren sechs Deutschlehrer aus der Region „Littoral“, nämlich Herr TAKAM Robert (Lycée Bilingue Deido), Herr TADAHA Omer Lemerre (Lycée Bilingue Bonabérie), Herr CHANTCHO TANKOUA William (Collège Chevreul Bassa), Frau TADIE Judith (Lycée Bilingue Nyalla), Frau FOUEZEU (Lycée Japoma ). Nach den Willkommensworten von Herrn Takam an die Kollegen, wurde dann jedem/jeder das Wort erteilt, damit er/sie Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht vorstellen konnte.



Nach diesem Präsentationsdurchgang ergab sich, dass die Deutschlehrer im Allgemeinen große Schwierigkeiten haben, mit dem Lehrwerk "Ihr und Wir Plus" nach der „APC“ Methode zu unterrichten. Das Erziehungsministerium hat seit etwa drei Jahren beschlossen, dass das Programm von „4ème“ und „3ème“ hauptsächlich aus fünf Modulen besteht. Jeder in Kamerun tätige Lehrer soll diesen Modulen genau folgen und seinen Unterricht nach der „APC“ Methodologie gestalten. Leider ist festzustellen, dass die vom Erziehungsministerium festgelegten Module den Inhalten vom Lehrwerk „Ihr und Wir Plus“ Bände I und II überhaupt nicht entsprechen. Bei dieser Arbeitssitzung wurde daher kritisch und innovativ überlegt und geplant. Nach der Reflexion über das Programm von „4ème“ und „3ème“ wurde vorgeschlagen, dass die neuen Lehrwerke zum Fach Deutsch aus fünf Modulen bestehen sollten.
Wir hätten lieber authentische Texte mit Bildern, Grafiken, Zeichnungen und CDs. Die Übungen sollten handlungs- und kompetenzorientiert sein und an die Module bzw. Themen angebunden sein.
Der Workshop, der im Sprachlernzentrum von Douala (Offizieller Partner des Goethe-Instituts  Kamerun) stattfand, begann gegen 10 Uhr und endete um 16 Uhr, mit dem Wunsch der Kollegen, den neu erarbeiteten Entwurf zu berücksichtigen . Es wurde auch vorgeschlagen, dass alle kamerunischen Schulen an das Internet angeschlossen werden sollten, damit die Lehrer ihren Unterricht reibungslos durchführen können .

                                                      William CHANTCHO   Douala - KAMERUN  

Sonntag, 30. Juli 2017

Afrika und China

China und Afrika: Der Westen liefert nur noch die Logos faz.net 30.7.2017
"Wie kann der Westen damit klarkommen, bei einer der machtvollsten geopolitischen Beziehungen der Gegenwart keine Rolle mehr zu spielen?"

[---] „China ist überall in der Welt“, sagt eine Übersetzerin, eine Lehrerin meint: „Sie sind sehr gut in allem, was sie tun, sie versorgen uns mit Jobs“, und ein Arzt findet sogar: „Man ist privilegiert, Teil dieses Prozesses zu sein.“ Solche Meinungen scheinen einigermaßen repräsentativ zu sein: Eine aktuelle Untersuchung von „Afrobarometer“ fand heraus, dass 63 Prozent der Afrikaner den chinesischen Einfluss für positiv halten. Doch die Auskünfte lassen zugleich erkennen, dass offenbar kaum jemand eine spezifische Erfahrung mit den Menschen vom anderen Kontinent gemacht hat. Zwei Millionen Chinesen leben mittlerweile in Afrika, zehntausend chinesische Firmen sind dort tätig (neunzig Prozent davon privat), zwischen hunderttausend und fünfhunderttausend wird die Zahl der in China lebenden Afrikaner geschätzt – und doch scheint das Verhältnis nach wie vor von viel Unkenntnis und Fremdheit geprägt zu sein. Mit ideologischen Fragen im engeren Sinn, wie sie etwa die Zusammenarbeit Chinas mit Potentaten oder seine Politschulungen für afrikanische Funktionäre aufwerfen, beschäftigt sich die Ausstellung ausdrücklich nicht. Doch die weithin verbliebene Fremdheit wird da durch den unbekümmerten Rassismus dokumentiert, der aus einer chinesischen Waschmittelwerbung sprach (eine junge Chinesin stürzt einen Afrikaner kopfüber in eine Waschmaschine, und heraus kommt glücklich ein Chinese). Und van Staden berichtet in einem Magazin des Johannesburger Workshops, dass es Gerüchte, China exportiere Menschenfleisch in Dosen, bis in afrikanische Zeitungen gebracht hätten; China sei für Afrika weiter der „große Unbekannte“. [...]"

mehr

Samstag, 29. Juli 2017

Meja Mwangi: Warten auf Tusker

Der Ort Kambi in Kenya braucht vorrangig einen neuen katholischen Pfarrer, nachdem der alte mit der Gemeindekasse, dem Dienstauto und einer jungen Kirchgängerin unbekannt verzogen ist. Kambi braucht zudem eine Wasserleitung; das meint jedenfalls der Bischof, der dafür Arbeitskräfte zum Ausheben der Gräben mobilisieren will.
Vor allem aber braucht Kambi, und das schnellstens, Tusker – jenes Bier, das seit 1922 in Kenya gebraut und in großen Mengen konsumiert wird und dessen Lieferung ausgerechnet kurz vor Weihnachten ausbleibt. Weihnachten ohne Tusker ist schlicht unvorstellbar für die Männer, denen dagegen die Wasserleitung weit weniger dringlich erscheint. Schließlich haben sie Frauen, deren Aufgabe es ist, jederzeit frisches Wasser herbeizutragen.

Messwein macht fromm

Padre Pietro, ganz gegen seinen Willen aus Rom eingeflogen, kämpft sich durch unsägliche Widrigkeiten mithilfe von Savio, der – in Erwartung eines ihm niemals zugesagten Lohns – als Koch, Hausdiener und Katechist fungiert. Er las sogar die Messe für drei Witwen, die in der priesterlosen Zeit auf ihren Kirchgang nicht verzichten wollten. Gelegentlich bekommt Padre Pietro hilfreichen Rat von der «Viererbande», vier alten Herren, die das Dorf im Griff haben und denen der fremde Mann, der nicht einmal eine Frau hat, leidtut. Er muss sich auch gegenüber der protestantischen Mehrheit in Kambi profilieren.
Da kommt ihm zugute, dass im Keller der verwahrlosten Kirche große Mengen von Messwein lagern, der nun von Savio großzügig ausgeschenkt wird. So finden die vom Tusker-Engpass betroffenen Kambianer den Weg zur Kirche. Der italienische Pater sieht sich in ein afrikanisches Dorf integriert, das sämtlichen Klischees entspricht: Da gibt es den Dorftrottel, den protzenden Villenbesitzer mit Mercedes, den Chief, der droht, die Ingenieure zu erschießen, sollte die Wasserleitung so weit von seinem Haus entfernt verlaufen, dass es seinem Prestige Abbruch täte. Und es gibt die stets arbeitenden Frauen, die mit allen Tricks, aber mit wenig Erfolg versuchen, ihre Männer vom Saufen abzuhalten.

Erfolgreich

Meja Mwangi, der neben Ngugi wa Thiong'o bekannteste Autor Kenyas, greift einmal mehr genau die Punkte auf, die so manchen Entwicklungshelfer zur Verzweiflung bringen, und verwandelt sie in ein komödiantisches Panorama mit ernstem Hintergrund. Er legt den Finger in so ziemlich jede afrikanische Wunde. So griff er mit dem Roman «Die achte Plage» (1997) als einer der ersten afrikanischen Autoren das Thema Aids auf. Sein umfangreiches Werk, zu dem auch Theaterstücke und Filme gehören, ist zum großen Teil auf Deutsch übersetzt. Schon mit seinem ersten Roman war er 1973 so erfolgreich, dass er seither als freier Schriftsteller leben kann. Der Titel dieses Romans ist «Kill Me Quick», die umgangssprachliche Bezeichnung für einen offenbar lebensverkürzenden Hirseschnaps.
So gefährlich ist Tusker nicht. Es darf verraten werden, dass es gegen Ende des Romans – allerdings erst nach Weihnachten – geliefert wird und dass der Lieferant sogar ein Jobangebot für einen ehemaligen Kumpel mitbringt. Der aber, obwohl schon lange auf der Suche, bittet sich neben Bedenkzeit auch zwei Kisten Tusker als Entscheidungshilfe aus. Pater Pietro dagegen hat nichts zu entscheiden. Er wird weiter auf die ihm vom Bischof in Aussicht gestellte Ablösung warten.
Meja Mwangi: Warten auf Tusker. Aus dem Englischen von Jutta Himmelreich. Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal 2017. 360 S., Fr. 35.90.
Almut Seiler-Dietrich

Mittwoch, 26. Juli 2017

Ist die europäische Weltsicht seit 500 Jahren durch den Kolonialismus verzerrt?

„Willkommen in Zhengistan, ÄthiopierInnen!“

So begrüßt  der Politikwissenschaftler Aram Ziai das Publikum bei seiner Antrittsvorlesung.

Dann geht es dort weiter:

 "Lassen Sie uns einige Jahrhunderte zurückgehen, ins Zeitalter, in dem Kontinente „entdeckt“ wurden, ins 15. Jahrhundert. Überliefert sind folgende Worte des großen Admirals, der über seine Entdeckungsfahrten berichtet: „Wir haben mehr als 50.000 Seemeilen des gewaltigen Ozeans befahren … und haben unseren Blick auf weit entfernte barbarische Gegenden geworfen.“ (zit. nach Baron 2005). Es handelt sich um den führenden Seefahrer und Entdecker der damals größten und technisch fortgeschrittensten Flotte. Sein Name ist Zheng He. Obwohl er hierzulande weitestgehend unbekannt ist, sind seine Reisen durchaus vergleichbar mit denen von Vasco da Gama oder Christoph Kolumbus. [...] 
Was wäre geschehen, wenn er den asiatischen Kontinent in der entgegengesetzten Richtung umrundet hätte? Und eine dieser barbarischen Gegenden die Heimat meiner Mutter gewesen wäre, das heutige Deutschland? Folgen wir der historischen Fiktion noch ein Stück weiter: was, wenn er aus unerklärlichen Gründen auf den Gedanken verfallen wäre, der von ihm „entdeckte“ Westzipfel Asiens sei ein eigener Kontinent? Und wenn dieser Kontinent nach ihm als seinem „Entdecker“ benannt worden wäre? Nehmen wir weiter an, Zheng He wäre dem Irrtum erlegen, die von ihm „entdeckte“ Region sei eigentlich Hinter-Äthiopien und die dort lebende Bevölkerung würde infolge dieses Irrtums fortan entsprechend bezeichnet – wir lebten heute als ÄthiopierInnen in Zhengistan. [...]"

Der vollständige Text ist hier zu finden:

www.uni-kassel.de/fb05/fileadmin/datas/fb05/FG_Politikwissenschaften/Entwicklungspolitik/Antrittsvorlesung_Aram_Ziai.pdf

Mittwoch, 21. Juni 2017

Projekt "African Roots"

"Mit einer Podiumsdiskussion hat die Deutsche Welle am Dienstag, den 20. Juni 2017, ihr Projekt „African Roots“ vorgestellt. 
Die Geschichtsserie möchte einem jüngeren afrikanischen Publikum unter anderem Menschen näherbringen, die die Geschichte Afrikas geprägt haben. Den Auftakt bildete ein Webporträt des berühmten Vormenschen Dinknesh, alias Lucy. Unter dem Titel „From Lucy to You - Reclaiming African History“ sprachen in Bonn Ndinde Kioko (The Trans-African, Kenia), Prof. Dr. Edward Kirumira (Makerere University, Uganda) und Enoh Meyomesse (PEN Deutschland, Kamerun) über Geschichte und Geschichtsdeutung in Afrika: Wie kann Geschichte in Afrika zu einem relevanten Thema gemacht werden? Welche Rolle spielt die Wahl der Sprache? Welche Aufgabe kommt den Universitäten zu?" (Gerda Henkel Stiftung 20.6.2017)

Dazu sieh auch:

General History of Africa (Projekt der UNESCO)
Geschichte Afrikas
L'histoire de l'Afrique
Historia ya Afrika

Sonntag, 26. März 2017

Einige Eindrücke der TeilnehmerInnen am Finale der Deutscholympiade 2017 am Goethe Institut-Jaunde


Das Finale war ein bisschen schwer, besonders das Hōrverstehen. Aber den schriftlichen Ausdruck habe ich leicht gefunden. Trotzdem ist die Stimmung hier ganz toll.“
MANGANTCHEUTH Paule Audrey , Schülerin in der 1ère A4 , Lycée Ndog- Hem in Douala, Gewinnerin der Olympiade 2017
MANGANTCHEUTH Paule Audrey

Ich komme aus Bamenda und besuche das Gymnasium von Nitob in der 1ère A4. Die Prüfung war super, weil ich gut gearbeitet habe. Ich hoffe, dass meine Ergebnisse toll sein werden. “
FOKOU Yannick Joel , Schüler in der 1ère A4, lycée Nitob in Bamenda
FOKOU Yannick Joel 


Ich wohne in Douala und besuche das Lycée Bilingue Bépanda. Die Olympiade ist etwas Gutes für mich, weil ich eine neue Erfahrung mache. Die Lehrer sind sehr offen und nett zu mir. Aber das Hōrverstehen war schwieriger als die anderen Aufgaben. Alles ging rascher, als ich mir vorgestellt hätte.“
YATOU POUAMOU Joyce, Schülerin in der 1ère A4 Lycée Bilingue Bépanda in Douala, Gewinnerin der Olympiade 2017
YATOU POUAMOU Joyce

Ich komme aus Bamenda und besuche die Government Bilingual High School in der Klasse 1ère A4. Was die Prüfung betrifft, kann ich sagen, dass sie ein bisschen schwer war. Es gab nicht genug Zeit für alle Rubriken. Deshalb war ich ehrlich gesagt damit überhaupt nicht fertig. Trotzdem habe ich mein Bestes getan.“
NGUEDIA GOUFACK Any Cyriane, Schülerin in der 1ère A4 Government Bilingual High School Bamenda

NGUEDIA GOUFACK Any Cyriane

Ich komme aus Lycée Dogba und bin Schüler in der Klasse 1ère A4. Es gefällt mir sehr, am Finale der Deutscholympiade hier in Jaunde teilzunehmen. Aber die Aufgaben bei diesem Finale finde ich schwer. Trotzdem sind der Empfang und die Stimmung hier unheimlich super.+
ABDOULAZIZ HAMADOU, Schüler in der 1ère A4 , Lycée Dogba


ABDOULAZIZ HAMADOU

Ich komme aus Garoua und besuche das Lycée von Nassarao. Ich bin Schülerin in der Klasse  2nde A4. Ich fühle mich unwohl, weil die Aufgaben bei dem Finale schwer sind. Ich habe mich überhaupt nicht ausgekannt. Trotzdem freue ich mich sehr über diese erste Erfahrung.“
AMINATOU DJOUBAIROU, Schülerin in der 2nde A4 , Lycée von Nassarao

AMINATOU DJOUBAIROU



Von William CHANTCHO Douala - KAMERUN

Bericht von der Deutscholympiade 2017 am Goethe-Institut Jaunde - KAMERUN

Am 24. März 2017 wurde am Goethe- Institut in Jaunde das Finale der Deutscholympiade organisiert. Das Ziel war es, die vier besten kamerunischen SchülerInnen herauszufiltern, die am pädagogischen Austauschdienst nächsten Sommer in Deutschland teilnehmen werden. 24 Deutschlernende, darunter 17 Mädchen und 7 Jungen wurden nach Jaunde eingeladen, um ihre Leistungen auf der nationalen Ebene nachzuweisen. Die Prüfung war im Großen und Ganzen in zwei Hauptphasen gegliedert: die schriftliche und die mündliche Phase.

Schriftliche Phase der Deutscholympiade
Die Prüfung begann um 8 Uhr mit den Willkommensworten von Stéphane Konlack, dem Projektmitarbeiter für die Bildungskooperation Deutsch am Goethe-Institut Jaunde. Er sprach zu den TeilnehmerInnen, die aus den zehn Regionen Kameruns kamen.

Die erste Phase der Prüfung bestand hauptsächlich aus drei Teilen von je 30 Minuten: dem Leseverstehen, dem Hörverstehen und dem schriftlichen Ausdruck. Sie begann gegen 9 Uhr 30 und endete um 11 Uhr. Dann gab es eine kleine Pause von 15 Minuten, in der Kaffee, Tee und Croissants angeboten wurden.




Mündliche Phase der Deutscholympiade
Darauf ging es mit der mündlichen Evaluierung der Kandidaten und Kandidatinnen weiter. Sie wurden zu zweit auf Sprechkompetenz geprüft.. Sie mussten in der Lage sein, ganz spontan mündlich auf verschiedene ihnen gestellte Fragen zu reagieren. Gegen 13 Uhr ging diese Phase zu Ende und ein Mittagessen wurde angeboten . Inzwischen hatte sich der Prüfungsausschuss versammelt, um die Ergebnisse festzustellen. Die SchülerInnen konnten diese Gelegenheit ausnutzen, um sich kennen zu lernen und um ihre ersten Eindrücke über dieses Finale auszutauschen. Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer(Innen) sich einen spannenden und aktuellen Film ansehen. Dieser Film, “King of Bebab”, präsentierte die Liebe zwischen einem jungen Türken und einer jungen Deutschen. Das Mädchen ist schwanger geworden. Doch die Eltern des jungen Türken sind wegen der kulturellen Differenz total gegen diese Beziehung und sehen sie als Verrat und Sittenverdorbenheit an.

Abschließend wurden um 18 Uhr die Ergebnisse bekannt gegeben. Die vier besten Schülerinnen, die im nächsten Sommer die Flugreise nach Deutschland antreten werden, sind :

1-MANGAMTCHEUTH Paule Audrey ( Lycée Ndog- Hem von Douala )
2-NGONO NDONG Françoise ( Collège de la Retraire von Yaoundé )
3-YATOU POUAMOU Joyce ( Lycée Bilingue Bépanda von Douala)
4-BEESE BAS’ ESSAMBA Séphora ( Lycée Bilingue Bepanda von Douala )
von links nach rechts  Ngono , Mangamtcheuth, Beese Bas' und Yatou

Das Treffen schloss mit den Gratulationsworten der Expertin für Unterricht am Goethe- Institut Jaunde Katja Buchecker an die Gewinnerinnen. 
Gruppenbild mit Katja Buchecker

Die anderen TeilnehmerInnen wurden prämiert. Für einige von ihnen ist für nächsten Sommer eine Reise nach Kribi im Süden Kameruns geplant . Schließlich wurde ein Grupppenbild aufgenommen, um das Finale der Deutscholympiade 2017 von Jaunde zu verewigen.



William CHANTCHO, Daf-Lehrer Douala- KAMERUN



Donnerstag, 16. Februar 2017

Interview mit Johanna SCHOLVIEN, Gastschülerin in Baho Bilingual High School von Douala KAMERUN

Nachbarschaft : Können Sie sich bitte vorstellen ?
Johanna : Mein Name ist Johanna SCHOLVIEN. Ich bin seit drei Wochen in Kamerun und Schülerin in Baho Bilingual High School Douala . Dort besuche ich die Klasse von „2nde A4“ .
Nachbarschaft : Woher kommen Sie eigentlich ?
Johanna : Ich komme aus einem kleinen Dorf in Süddeutschland. Dort habe ich zehn Jahre die Freie Schule Albris besucht. Nach meinem Auslandsaufenthalt hier in Kamerun werde ich an diese Schule zurückkehren, um das Schuljahr abzuschließen.
Nachbarschaft : Was erhoffen Sie sich von Ihrem Aufenthalt in Kamerun ?
Johanna : Ich hoffe, die französische Sprache besser zu sprechen, neue Kontakte zu knüpfen und viele neue Erfahrungen zu sammeln.
Nachbarschaft : Wie gefällt es Ihnen bisher ?
Johanna : Es ist nicht immer einfach, aber bis jetzt gefällt es mir in Kamerun sehr gut.
Nachbarschaft : Wie beurteilen Sie das kamerunische Schulsystem ?
Johanna : Für eine Beurteilung bin ich noch nicht lange genug in Kamerun. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass wesentlich mehr Texte von Lehrern diktiert werden. Auch das Schreiben von Exposés ist in Deutschland nicht so verbreitet wie hier. Ein Unterschied zu Deutschland ist auch, dass die Schüler nach der Prüfung die Punkte „verhandeln“. Während es in Deutschland die Noten 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht) gibt, kann man in Kamerun mehr Punkte erhalten. Die höchste Note ist übrigens 20/20. Mir ist auch aufgefallen, dass es sehr viele Freistunden gibt, in denen man Zeit hat, die Hausaufgaben zu machen, oder um sich mit Klassenkameraden zu unterhalten. In Deutschland ist es anders. Dort gibt es selten Freistunden. Dafür ist in den meisten Schulen die Pause etwas länger.
Nachbarschaft : Was fällt Ihnen besonders beim Deutschunterricht auf ?
Johanna : Im Deutschunterricht habe ich bis jetzt noch keine großen Veränderungen festgestellt. Allerdings ist doch ein Unterschied, dass Tests, Exposés oder Hausaufgaben im Unterricht verbessert werden und nicht wie in Deutschland vom Lehrer eingesammelt und korrigiert oder als Hausaufgabe aufgegeben werden.
Nachbaschaft : Welche anderen afrikanischen Länder haben Sie bisher besucht ?
Johanna : Mein Auslandsaufenthalt in Kamerun ist der erste außerhalb Europas. Außer Kamerun habe ich noch keine afrikanischen Länder besucht .
Nachbarschaft : Wie sind Ihre Beziehungen zu den kamerunischen Mitschülern und zu den Lehrern?
Johanna : Mit der Zeit habe ich mich mit einigen Mitschülerinnen und Mitschülern angefreundet. Im Großen und Ganzen sind die Schüler und Lehrer nett zu mir und respektieren mich. Es kommt allerdings ab und zu zu Diskussionen, ob ich den Test oder das Exposé mitschreiben muss. Nicht weil ich keine Lust hätte, den Test oder das Exposé zu schreiben, nein da verteidigen mich meine Klassenkameraden.
Nachbarschaft : Was hat es bisher für Schwierigkeiten gegeben ?
Johanna : Wirklich nennenswerte Probleme gibt es bis jetzt nicht. Allerdings war es vor allem am Anfang nicht immer einfach, sich mit den Lehrern und den Mitschülern zu verständigen, da ich die französische Sprache nicht fließend spreche.
Nachbarschaft : Können Sie etwas über die afrikanische Kultur im Allgemeinen und die kamerunische Kultur im Besonderen sagen ?
Johanna : Eine wirklich ausschlaggebende Antwort kann ich leider auf diese Frage noch nicht geben, da ich noch nicht so lange in Kamerun bin.
Nachbarschaft : Was würden Sie gerne am Ende Ihres Aufenthalts mitnehmen ?
Johanna : Am Ende meines Aufenthalts würde ich gerne die Wärme meiner Freunde, die ich hier gefunden habe, die Menge von Erinnerungen und die eine oder andere kamerunische Spezialität mitnehmen.


William CHANTCHO und Walter Böhme führten das Interview.

Samstag, 11. Februar 2017

Unterstützung für ein Gesundheitszentrum in Kamerun

Mit viel Freude überreichten die angehenden Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter [Hauswirtschaftsschüler] der Heinrich Metzendorf Schule Bensheim  einen Spendenscheck an Sister Schola, die 2015 ein Gesundheitszentrum in Kamerun/Mbalmayo  eröffnet hat [...] 
Die Auszubildenden unterstützen die Sister Schola Foundation in Kamerun bereits seit drei Jahren und können so von Beginn an Umsetzung, Entwicklung und Erfolge mitverfolgen. 
Die Sister Schola Foundation ist ein zertifiziertes und privat organisiertes Hilfsprojekt der Darmstädter Kinderkrankenschwester Scholastique Hafner. Beim Besuch in der Schule hat Schola das Selbsthilfeprojekt vorgestellt und zeigte einen kleinen Film über den Alltag und die Fortschritte des Gesundheitszentrums. 
In Kamerun gibt es keine gesetzliche Krankenversicherung, die Versorgung ist oft schlecht und nur wenige können es sich leisten, die medizinische Versorgung in der Stadt in Anspruch zu nehmen. 
Erste Erfolge waren schnell zu verzeichnen. Es gibt sechs Zimmer und mittlerweile 15 feste Angestellte. Es gibt einen Brunnen, einen Stromgenerator und ein EKG-Gerät für das Entbindungszimmer. Inzwischen sind mehr als 20 Kinder dort geboren worden. Ihr nächstes Vorhaben ist, eine kleine Kantine einzurichten, die von Angestellten und Patienten genutzt werden kann. Dabei sollen in erster Linie vor allem regionale und gesunde Lebensmittel verwendet werden.  (Bergsträßer Anzeiger 11.2.2017)

Montag, 30. Januar 2017

Schwierigkeiten mit der Recherche im Internet

"Als die Barry-Brüder in den 1970ern Jahren in N’Zerekore, einer Stadt im Südwesten von Guinea, geboren wurden, schrieb man Fulfulde noch mit arabischen Buchstaben. Ein eigenes Fulfulde-Alphabet gab es nicht. Arabisch wurde in der ehemaligen französischen Kolonie behelfsmäßig benutzt und war den Menschen durch das Lesen des Korans bekannt. 90 Prozent der Menschen in Guinea sind Muslime."

Jetzt sind sie schon weiter. Sie wollen erreichen, dass Google das von ihnen erfundene Fulfulde-Alphabet akzeptiert.

taz.de 29.1.17